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ROSENGARTEN ist ein mehrjähriges ‚Work-in-progress’-Projekt der 2001 gegründeten freien Theatergruppe SCHÖPFWERK.

 

Die Arbeit wurde Herbst 2001 mit ersten Textentwürfe angefangen und soll allmählich zum Theaterabend heranwachsen. Die Gruppe trifft sich seit August 2002 monatlich zu Workshops mit unterschiedlichen Schwerpunkte (Bewegung/Tanz, Musik, Text) in Zusammenarbeit mit der Choreografin und Musikerin Annalisa Derossi, dem Musiker und Komponisten Hardi Barnewold und den Theaterautoren Esther Gerritsen (NL)und Andreas Sauter (CH). 

 

Das Projekt ROSENGARTEN ist aus dem Bedürfnis des Regisseurs Rogier Hardeman und seiner Dramaturgin Suzanne Jaeschke entstanden, unabhängig von einer konkreten Inszenierungsarbeit nach einer spartenübergreifenden Theatersprache zu suchen. Anknüpfend an die jüngsten Theaterentwicklungen in ihrem Heimatland Holland möchte das Team nach Wegen suchen, Sprechtheater mit benachbarten Kunstgattungen zu kombinieren.

 

Die offene Form eines ‚Work-in-progress’-Projektes bietet mehr Freiraum für ein solches Experiment als die Arbeit an einem fertigen Stücktext unter dem Zeitdruck eines festgesetzten Premierentermins. Dennoch fließen die Ergebnisse des ROSENGARTEN-Projekts in die laufenden Produktionen der Theatergruppe SCHÖPFWERK ein. (Für 2003 plant SCHÖPFWERK Aufführungen von Hausfrau von Esther Gerritsen und A. ist eine Andere von Andreas Sauter und Bernhard Studlar).

 

ROSENGARTEN

 

Die Katastrophe hat sich nun auch hier vollzogen. Die Stadt wurde heimgesucht von einem Platzregen hoch-explosiver orangefarbiger pingpong-ballähnlicher Projektile. Alles liegt in Schutt und Asche. Der Notstand wurde ausgerufen und das Gebiet von der Außenwelt abgeriegelt. Bisher hat sich keiner zu der Tat bekannt.

Die Leute in ROSENGARTEN kümmert dies allerdings wenig. Sie waren bestens vorbereitet und haben nun ihre persönlichen Katastrophen-Abwehrstrategien aktiviert. Die tanzende Krankenschwester gibt gerne jedem etwas von ihrer positiven Energie ab; sie kann sich ja jederzeit wieder damit aufladen. Der schüchterne Heimkehrer hat seine Survivalausrüstung dabei und kocht vor seinem Zelt ein Süppchen aus selbstgesuchten Pilzen. Die nymphomane Reporterin beobachtet, dokumentiert, zeichnet auf – um dann über alles (d.h. jedes noch so intime Detail!) zu berichten. Und was ist mit dem unverbesserlichen Partyanimal: Merkt der überhaupt, was draußen los ist? Zum Glück gibt es wenigstens einen Realisten, einen zuverlässigen Organisator, der Pläne für eine mögliche Zukunft schmiedet.

Alles in allem scheinen die Strategien der Angstbewältigung für die einzelnen Figuren gut zu funktionieren. Aber was passiert, wenn die unterschiedlichen Ansichten aufeinander stoßen?