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Ist sie schwerdepressiv oder auĂźer sich vor GlĂĽck?
Sie spricht mit ihren Kartoffeln,
ihre Küchengeräte haben Kosenamen,
ihre Partner fĂĽr den Tag sind der perfide Quizmaster und
der liebenswĂĽrdige Moderator einer integeren Talkshow.
Aber nur fĂĽr den Tag, denn abends, punkt halb sechs
kommt er in die Tiefgarage gefahren:
ihr Cowboy
Yippiyippiyeah
Schon in den letzten beiden Jahren brachte SCHÖPFWERK zeitgenössische schwarze Komödien aus den Niederlanden auf die Bühne. Für 2003 nimmt sich
Regisseur Rogier Hardeman den bitter-komischen Monolog ‚Hausfrau’von der holländischen Nachwuchsautorin Esther Gerritsen vor. Es wird die deutsche Erstaufführung des Stückes sein.Top
-das StĂĽck-
Esther Gerritsen (1970) ist mit ‚Hausfrau’
ein zwar besonders heiterer aber auch sehr verstörender Monolog über die Sehnsüchte, Ängste und Triebe einer scheinbar ganz normalen Frau gelungen. Die Sprache ist unkompliziert und klar, gleichzeitig jedoch messerscharf.
Auf rhythmisch sehr geschickte Weise wechseln skurrile Aufzählungen von Haushaltsgeräten, detaillierte Jugenderinnerungen, Träume und absurde
Beschreibungen von alltäglichen Erlebnissen einander ab. Top
Das Leben der Heldin wirkt vielleicht unbedeutend, ihr Schicksal unscheinbar- aber sie hat gelernt, auch ohne den Hauptgewinn zufrieden zu sein. Sie hat sich
einen Freiraum, ein eigenes Universum geschaffen, indem sie einfach aufgehört hat irgendetwas zu wollen.
Schon frĂĽh kam sie zu der Erkenntnis, dass wenn man etwas will, es immer irgendetwas gibt, das diesem Ziel im Wege steht. Dass es immer etwas gibt, das es
einem unmöglich macht mit sich in Harmonie zu leben. Dass es immer wieder etwas geben wird, das sich in den Körper einnistet und wächst und einen daran hindert zufrieden zu sein. Top
Die einzige Möglichkeit sich in dem Spannungsfeld aufrecht zu halten, ist einen Halt bei der Vernunft zu suchen. Die Vernunft ist ein Mann. Ein netter,
intelligenter Mann; der liebenwĂĽrdige Moderator einer integeren Talkshow.
Die Hausfrau im Stück sehnt sich aber nach der Alternative zur Vernunft; nach der Ekstase, nach dem ‚Sich-Gehen-Lassen’, nach dem
‚Sichselbst-Vergessen’. Dafür gibt es aber -ihren Erfahrungen nach- keinen Platz im Zusammenleben mit Anderen, außer möglicherweise im Sex. Also braucht man niemanden, außer einem Cowboy, einem Clint
Eastwood.
„...in seinen frühen Filmen, in denen er noch ungestraft Frauen vergewaltigen darf, die danach zurückkommen und mehr wollen, weil es so gut war.“
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