Mit dem Work-in-progress-Projekt ROSENGARTEN vertieft SCHĂ–PFWERK die Suche nach einer neuen Kombination verschiedener
(BĂĽhnen-)Kunstgattungen, so wie sie die Gruppe mit ihren ersten zwei Inszenierungen schon ansatzweise gezeigt hat.
Die Spielweise, die der holländische Regisseur Rogier Hardeman und seine Dramaturgin Suzanne Jaeschke zusammen mit den Schauspielerinnen und Schauspielern entwickeln, lässt sich als ‚durchlässig’ und ‚schwankend’ beschreiben. In der Suche nach ihren Rollen bleiben die Darsteller sich selbst möglichst nahe. Sie verwandeln sich nicht ad hoc in künstliche Bühnencharaktere, sondern nähern sich erst im Verlauf der Arbeit den Figuren – manchmal widerwillig, manchmal fragend, aber immer voller Neugierde und Spielfreude.
Damit knĂĽpft SCHĂ–PFWERK an einer Schauspieltradition an, die seit den Siebzigern in den Niederlanden aus der Arbeit von verschiedenen
Schauspielerkollektiven und innovativen Theatergruppen entstanden ist und die einen - in Deutschland eher ungewöhnlichen - persönlichen Umgang von Schauspielern mit Texte in den Mittelpunkt stellt.
SCHÖPFWERK spielt zeitgenössische Texte, wobei die Sprache nicht allein die Funktion übernimmt, eine schlüssige Handlung voran zu treiben. In den oft
fragmentarischen Texten bekommt der Zuschauer eine Chance, sich der Figur und der Geschichte aus unterschiedlichster Perspektive zu nähern.
In seinen Inszenierungen interessieren den Regisseur Rogier Hardeman weder der groĂźe oder tiefe Gedanke noch die expressive BĂĽhnengeste, sondern die BrĂĽche
und Zwischentöne, die kleinen Winke und Einfälle, die einer Figur oder einer Szene ungeahnte Dimensionen und Bedeutungen geben können.
Die Räume, die der
Bühnenbildner Jan Schroeder für die bisherigen SCHÖPFWERK-Inszenierungen geschaffen hat, sind keine durchgestylten ‚hippen’ Theaterkulissen. Sie sind weder realistisch-cool noch formal-abstrakt. Eher findet man in seiner Ausstattung Zitate von Häuslichkeit, Reste aus den Wohnzimmern der eigenen Kindheit, Fetzen aus einer einst heil und sicher anmutenden Umgebung.
Ähnlich greifen auch die Kostüme von Anna Stolze in Stoffen, Mustern, Farben und Formen die Spuren der Herkunft und Werdegang der Figuren auf. Aus ihren Entwürfen spricht immer ein Gefühl von liebevoller Relativierung der Besessenheiten, Eitelkeiten und Schwächen der dargestellten Bühnencharaktere.
SCHÖPFWERK arbeitet in seinen Inszenierungen mit Live-Musik auf der Bühne, die sowohl als atmosphärische Untermalung des Dargestellten, aber auch als
Kommentar oder als autonome, ja sogar vorantreibende Kraft eingesetzt wird. Bei Kaatje ist ertrunken tauchte ein singendes Duo mit Gitarre und Bass auf. Bei WER... wurden die lange Text-Monologe zu einem
musikalischen Trio fĂĽr Schauspieler, Schlagzeug und DJ umgestaltet.
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